Coachingwerkzeuge

Die richtigen Coaching Werkzeuge – richtig eingesetzt

Im Coaching gibt es die unterschiedlichsten Methoden oder Werkzeuge. 

Ich halte es für eine besondere Coaching-Kompetenz, aus den verschiedensten Methoden oder "Schulen" jeweils die Werkzeuge auszuwählen, die mir in der individuellen Situation geeignet erscheinen. Die verschiedenen Methoden und Werkzeuge ergänzen sich und werden auch oft miteinander kombiniert.

 

Die folgende Reihenfolge ist zufällig und die Aufzählung nicht abschließend:

  • Arbeit mit Kommunikations- oder Konfliktmodellen: durch die Vermittlung theoretischer Modelle zu Alltagshandeln wird die Einsicht in bestimmte Reaktionen und die Verantwortung dafür erweitert.
  • Aufstellungsarbeit: in dieser aus der Familienaufstellung abgeleiteten Methode geht es darum, z.B. innerliche Konstellationen, Systeme oder zwischenmenschliche Beziehungen durch die Aufstellung in einem Raum für den Coachee aus neuer Perspektive sichtbar und in den einzelnen Elementen auch spürbar zu machen. Damit werden neue Einsichten für Kopf und Gefühl erlebbar gemacht.
  • Dissoziation: eine zu tiefe emotionale Betroffenheit steht schon neurophysiologisch einer eloquenten Problemlösung entgegen. Durch die Sicht eines angenommenen Dritten (Dissoziieren) wird die eigene emotionale Betroffenheit reduziert und eigene Problemlösungen ermöglicht.
  • Mentalarbeit und Entspannung: diese auch im Hochleistungssport angewandten Werkzeuge werden seit langem wegen ihrer ‚heilenden‘ Wirkung erfolgreich eingesetzt und können darüber hinaus helfen, oft unbewusste Grundansichten zu identifizieren.
  • Fragetechniken: neben den sich aus den einzelnen Methoden ergebende Arten Fragen zu stellen, gibt es eine Vielzahl von erprobten Fragen und Fragetechniken, die helfen Klarheit und Lösung für ein Problem zu finden, z. B. die Wunderfrage oder das Paraphrasieren.
  • Inneres Team: die verschiedenen Teilnehmer von inneren Zwiegesprächen aufzudecken und in einem Team aufzustellen, fördert die Selbsterkenntnis und die Möglichkeit gezielter Berücksichtigung und Einflussnahme.
  • Lösungsfokussierte Arbeit: ausgehend von dem Ansatz, dass jeder in sich das Potential hat, selbst die beste Lösung für sein Problem zu finden, wird der Coachee durch wohlwollend positive Unterstützung auf dem Weg zur eigenen Lösung begleitet und ihm damit gleichzeitig die Erfahrung eigener kraftvoller Ressourcen ermöglicht.
  • Metaphern: man kennt den ‚Freud’schen Versprecher‘ als die ‚Botschaft des Unbewussten‘.  Kreativ entwickelte Bilder (Metaphern) können bei Bedarf diesen Zugang zum Unterbewusstsein gezielt – in beide Richtungen – nutzen.
  • NLP – Neuro-Linguistische-Programmierung: aus dem gezielt gesteuertem Zusammenwirken von Sprache, Imagination, Aktion und Wahrnehmung werden im Gehirn neue Verhaltens- oder Prozessmuster angelegt, die dem Coachee zu verändertem Verhalten verhelfen.
  • Offene Themen erkennen und schließen: aus der Gestalttherapie kommend werden die Themen, die sich einem ungewollt immer wieder aufdrängen, identifiziert und durch das Gewahrwerden im ‚hier und jetzt‘ soweit (auf-)gelöst, dass sie sich weniger oder nicht mehr ungewollt aufdrängen. Eine spezielle Anwendung davon ist der sogenannte ‚leere Stuhl‚.
  • Paradoxe Intervention: davon ausgehend, dass alles, was jemand tut, ihm – oft ohne sich dessen bewusst zu sein – einen bestimmten Nutzen bringt, wird hier durch das provoziert ‚Paradoxe‘ dieser Hintergrund erkennbar gemacht und ist damit für (Ver-)Änderungen zugänglich.
  • Projektionen, Resonanzen: in der äußeren Welt Aspekte der eigenen inneren Welt zu entdecken, ist ein wichtiges Hilfsmittel zur Selbsterkenntnis und für gezielte Veränderungen an sich selbst.
  • Rituale, symbolisches Handeln: die Arbeit mit diesen Methoden kann helfen,  jemandem Form und Struktur beim Umgang mit bestimmten Themen finden zu lassen, z.B. chaotisch (empfundene) Zustände für die Zukunft zu strukturieren und damit beherrschbar(er) zu machen.
  • Skalierung subjektiver Wahrnehmung: auf dem Weg zu einem zumeist nicht objektiv messbaren Ziel eine Verbesserung zahlenmäßig angeben zu können, motiviert für den weiteren Weg und aktiviert zusätzliche Selbstunterstützungskräfte.
  • Systemischer Ansatz: oft knüpft ein Problem an ein bestimmtes Beziehungssystem (z.B. Familie, Unternehmen etc.) an. Eine erfolgreiche Analyse und Lösung wird dieses ausdrücklich mit einbeziehen, und dabei insbesondere eigene Anteile und Möglichkeiten/Modelle der Veränderungen berücksichtigen. Eine besondere Methode sind hier die sogenannten "zirkulären Fragen", die auf eine Außensicht und damit neue Perspektive abzielen.
  • TMS
  • Umdeutung (Refraiming): ähnlich wie beim Dissoziieren wird die eingefahrene Sichtweise und damit verbundenen Emotionen durch das Herstellen eines neuen – oft überraschenden – neuen Sinn- oder Lebenszusammenhangs in Frage gestellt und der Boden bereitet für eine veränderte Sichtweise. In diesem Zusammenhang sind auch Humor/Witz und Provokation sehr wirksame Werkzeuge.
  • Zielvereinbarungen: dieses in modernen Unternehmen weit verbreitete Werkzeug kann auch im Coaching heute mit Erfolg unterstützend eingesetzt werden. Es gelten dabei die gleichen Wirkprinzipien (SMART).

Diese Methoden eingebettet in ein Beratungskonzept, in dem durch vergleichbare Erfahrungen und Kompetenz ‚Augenhöhe‘ hergestellt wird, lassen jederzeit Raum für die Entscheidung des Coachees, wie weit er sich auf einen bestimmten Weg einlassen will, ohne gleichzeitig den grundsätzlichen Coaching-Auftrag damit gefährden zu müssen.

 

Die Wahl und Anwendung eines jeden Werkzeugs wird in jedem Augenblick respektvoll und wohlwollend als Angebot an den Coachee gemacht. Für ihn ist es jederzeit freiwillig und mit dem selbstverständlichen Recht, jederzeit ab- oder zu unterbrechen.